Von der Leyen und die Zuschussrente

Gepostet von Finance News am Sep 7, 2012 in Wirtschaft | Keine Kommentare

Wie eine Ein-Mann-Armee verteidigt Bundessozialministerin Ursula von der Leyen derzeit in Politik und Medien ihre Zuschussrente – und stößt dabei immer wieder auf Kritik. Grundsätzlich ist ihre Idee sicherlich nicht falsch, Altersarmut in Deutschland ist ein großes Problem: Viele Rentner, die jahrelang auf Niedriglohnniveau gearbeitet haben, kommen mit ihrem Renteneinkommen nur minimal über die Existenzrente hinaus, ältere Leute mit Minijobs werden in Zukunft wohl eher zur Regel als zur Ausnahme. Doch ist die Zuschussrente für Geringverdiener der Ministerin überhaupt der richtige Ansatzpunkt?

Zahlen von Frau von der Leyen sind eher unrealistisch

Hauptkritikpunkt der Rentenexperten sind die von Frau von der Leyen vorgelegten Zahlen zur Rente und ihrer Entwicklung. Laut ihren Rechnungen zahlt der durchschnittliche Rentner 35 Jahre in die Rentenkasse ein, bevor er in den Ruhestand geht. Tatsächlich aber zahlen schon jetzt Arbeitnehmer weitaus mehr Jahre in die Kassen – und werden es auch in Zukunft eher länger als kürzer tun. Zudem berücksichtigt die Ministerin in ihren Berechnungen nicht, dass eine niedrige Rente nicht gleich Altersarmut heißen muss. Die steuerlich geförderte berufliche und private Vorsorge sowie weitere Nebeneinkommen von Rentnern lässt sie in ihrem Papier außen vor. Eine Rente auf dem Niveau der Grundsicherung, wie sie von der Sozialministerin für das Jahr 2030 prognostiziert wird, ist laut Expertenmeinungen daher eher unwahrscheinlich.

Weiterbildung für ältere Arbeitnehmer als Maßnahme gegen Altersarmut

Nach Bekanntwerden der Kritikerstimmen bröckelte die Zustimmung zur Zuschussrente für Geringverdiener. Auch wenn sich eine echte Alternative noch nicht herauskristallisieren konnte, gibt es jedoch jetzt schon Mittel und Wege für Arbeitnehmer, ihre Chancen auf eine sichere Rente zu erhöhen. Wer langfristig auch im Rentenalter noch auf Einkünfte durch die eigene Arbeitsleitung angewiesen ist oder sein wird, der braucht die Qualifikationen dafür. Eine Weiterbildung für ältere Arbeitnehmer ist eine sinnvolle Maßnahme, um die Aussichten auf ein vernünftiges Einkommen auch im Alter zu verbessern. Doch auch Arbeitgeber sollten ein Interesse daran haben, die Mitarbeiter der älteren Generation weiterzubilden. Denn deren Erfahrungsschatz kann – kombiniert mit aktuellem Wissen aus einer Weiterbildung bei Macromedia Firmenseminare – ein Mittel gegen künftigen Fachkräftemangel sein.