Gepostet von mt28 am Aug 24, 2011 in Allgemein | Keine Kommentare

Momentan überstürzen sich die Nachrichten aus Libyen und die Rebellen dringen immer weiter in die Hauptstadt Tripolis vor. Die Menschen feiern und jubeln im ganzen Land, dass die Herrschaft Gaddafi endlich vorbei ist. Es sind mittlerweile fünf lange Monate vergangen, nachdem die Nato ihre ersten Einsätze geflogen ist. Wie es jetzt nach dem kurz bevorstehenden Sturz des Regimes in dem Land weitergehen soll, weiß wohl noch niemand so recht. Allerdings steht fest, dass auf jeden Fall ein absolut neuer Staat geschaffen werden muss, was mit Sicherheit keine leichte Aufgabe ist. Nach der 42 jährigen Schreckensherrschaft unter dem Gaddafi-Clan, der das Land regelrecht ausgebeutet und ein riesiges Milliardenvermögen zusammengerafft hat, stehen die meisten Menschen vor einem Neuanfang. In Libyen existiert weder ein rechtsstaatliches System, noch gibt es jegliche demokratische Strukturen. Obwohl Libyen immer noch über große Erdölvorkommen verfügt, liegt die Infrastruktur sowie Wirtschaft am Boden und die Stämme rivalisieren sich untereinander. So wie es derzeit aussieht, wird es dem libyschen Übergangsrat kaum gelingen, den Umbau des Landes ganz alleine zu steuern. Der Rat ist dringend auf Hilfe von Europa und den USA angewiesen, wobei mittlerweile noch unklar ist, wie stark sich der Westen einmischen wird und vor allem darf. Sofern sich die westlichen Saaten zu stark in dem Land mit viel Ölvorkommen engagieren, könnte schnell der Eindruck erweckt werden, dass man dies nur zu eigenen Gunsten mache. Auf der anderen Seite dürfte auch zu wenig Hilfe mit dem Hinweis kritisiert werden, dass die Nato nur einen weiteren Despoten stürzen wollte. Schon deshalb ist es sicher keine leichte Aufgabe für die Verantwortlichen eine passende Lösung zu finden. Es muss jedoch sichergestellt sein, dass nach der Gaddafi-Ära nicht wieder Blut vergossen wird und das Land völlig außer Kontrolle gerät.