Lohnsteuerberechnung – im Einzelfall kompliziert aber nachvollziehbar

Gepostet von admin am Okt 11, 2012 in Allgemein | Keine Kommentare

Ob Umsatz oder festes Gehalt – jeder Beschäftigte in Deutschland muss für sein Gehalt eine Lohnsteuer bezahlen. Nicht immer ist es einfach, die korrekte Höhe festzustellen, denn der Familienstand und Freibeträge oder aber die Zugehörigkeit zu einer der Kirchen sorgen dafür, dass die Steuer in jedem Einzelfall ganz unterschiedlich ausfällt. Die Lohnsteuerberechnung, die deshalb vorzunehmen ist, unterliegt also bereits vor Beginn der Arbeit ganz unterschiedlichen Kriterien.

Lohnsteuerberechnung auf Grundlage des Einkommens

Generell erfolgt die Lohnsteuerberechnung auf Grundlage des gezahlten Lohns oder Gehalts. Doch in der Regel wird nie die volle Höhe dieses Betrages in die Lohnsteuerberechnung einbezogen. Da jeder Arbeitnehmer über eine Lohnsteuerkarte verfügt, werden für die Lohnsteuerberechnung zunächst alle Freibeträge eingetragen und damit automatisch abgezogen. Das sind zum Beispiel Kinderfreibeträge oder berufsbedingte Freibeträge.

Außerdem ist die Höhe der Versteuerung abhängig vom Familienstand. Ledige zahlen mehr als Verheiratete, dazu kommen die Freibeträge für die Kinder. Verheiratete können sich jeweils in die günstige Steuerklasse vier eintragen lassen. Wer kirchlich gebunden oder arbeitslos ist, der zahlt zudem Kirchensteuer. Diese ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich hoch und liegt bundeslandabhängig bei acht bzw. neun Prozent. Anschließend wird in ganz Deutschland der Solidarzuschlag erhoben – als Steuer auf die Steuer wird er mit 5,5 Prozent auf die Lohnsteuer angerechnet.

Kosten gegenrechnen

Obwohl die Lohnsteuer damit auf der Steuerkarte ausgewiesen und zunächst monatlich über den Arbeitgeber automatisch an den Fiskus abgeführt wird, gibt es im Nachgang noch erhebliche Korrekturen. Denn für die Lohnsteuerberechnung können auch jene Angaben herangezogen werden, die beispielsweise nötigt sind, um seinen Beruf ausüben oder erlernen zu können. Wer tagtäglich private oder öffentliche Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit nutzen muss, kann die Kosten dafür ebenso geltend machen wie die notwendige Fachliteratur oder die Kosten für eine Mitgliedschaft in einem Berufsverband. Auch für diese Kostenblöcke gibt es pauschale Freibeträge, nur wenn die Höhe der realen Kosten diese übersteigt, können sie in vollem Umfang geltend gemacht werden. Bei der Lohnsteuerberechnung werden diese Ausgaben dann berücksichtigt, so dass sie den realen und zu versteuernden Einkünften gegengerechnet werden. Damit mindert sich jener Betrag, der als Einkommen gewertet ist, so dass sich damit im Nachgang auch die zu zahlende Steuer reduziert. Die Folge ist: Steuerpflichtige erhalten vom Finanzamt eine Rückzahlung. Und da sich die Lohnsteuer reduziert hat, reduziert sich automatisch auch der Soli. Deshalb gibt es stets eine zweite, wesentlich kleinere Rückzahlung – die für den Solidaritätszuschlag.