Griechenland: Schäuble stellt sich auf Insolvenz ein

Gepostet von mt28 am Sep 11, 2011 in Allgemein | Keine Kommentare

Laut Informationen des Spiegel-Magazins stellt sich der Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble anscheinend auf eine Insolvenz von Griechenland ein. Die Finanzbeamten sind bereits damit beschäftigt, sämtliche Szenarien durchzurechnen, was bei einem Zahlungsausfall Griechenlands passieren könnte. Theoretisch gibt es nur zwei Varianten, wenn es zu einer Pleite des Landes kommen sollte. Bei der ersten würde Griechenland in der Währungsunion bleiben, während es bei der anderen den Euro aufgeben müsste und die alte Währung Drachme wieder einführen müsste. Diesbezüglich spielt der europäische Rettungsschirm EFSF eine entscheidende Rolle. Dieser soll so zügig wie möglich mit sämtlichen Kompetenzen ausgestattet werden, welche ihm Ende Juli der Krisengipfel zugedacht hat. Bei den Überlegungen des Bundesfinanzministers Schäuble stehen zwei Instrumente im Vordergrund. Dabei setzt das Ministerium auf vorbeugende Kreditlinien, welche beispielsweise Ländern wie Italien oder Spanien helfen sollen, falls Griechenland keine Kredite mehr nach einer Pleite von den Anlegern bekommt. Da Banken ihre Bestände an griechischen Staatsanleihen bei der drohenden Staatspleite abschreiben müssten, könnten diese auf viele Milliarden Euro vom Rettungsschirm angewiesen sein. Diese Fragen müssen laut Schäuble geklärt werden, egal ob Griechenland aussteigt, oder den Euro weiter behält.
Laut dem hessischen Ministerpräsident Volker Bouffier, sollte man so schnell wie möglich den Austritt aus der Eurozone vorbereiten. Vor kurzem stellte eine griechische Kommission fest, dass die Verschuldung im eigenen Land nicht mehr unter Kontrolle ist. Kurz danach ist eine Expertengruppe des Internationalem Währungsfonds, der europäischen Zentralbank sowie der EU wieder abgereist, nachdem die griechische Regierung bekannt gab, dass sie die Sparanstrengungen ein wenig lockern will. Die Auszahlung der nächsten Tranche wurde daraufhin vom Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in Frage gestellt. Laut der griechischen Regierung wird deren Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2011 um über fünf Prozentpunkte sinken, womit die Rezession alle gemachten Vorhersagen übertreffe. Noch im Mai dieses Jahres haben Finanzexperten mit einem Rückgang des BIP von 3,8 Prozent gerechnet.