Griechenland: EZB gibt politischem Druck nach

Gepostet von mt28 am Jul 25, 2011 in Finanzen | Keine Kommentare

Anscheinend ist die Europäische Zentralbank nun doch bereit einen teilweisen Zahlungsausfall von Griechenland zu akzeptieren, um die Krise in dem hoch verschuldeten Land zu lösen. Damit beugt sich die EZB dem politischen Druck der 17 Euro-Staaten. Der EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat bei einem Treffen mit Nicolas Sarkozy und der Kanzlerin Angela Merkel durchsickern lassen, dass er zur Rettung Griechenlands jetzt doch einer Beteiligung von privaten Gläubigern zustimmt. Selbst wenn es zu einem teilweisen Zahlungsausfall kommt, sollte dies zutreffen. Bislang hat sich die EZB gegen solch ein Vorhaben vehement zur Wehr gesetzt, weshalb der Kurswechsel von Trichet nun umso mehr überrascht. Allerdings will die EZB weitere Staatsanleihen von Griechenland nur dann als notenbankfähige Sicherheiten akzeptieren, wenn sie mit weiteren Garantien der Euro-Staaten behaftet sind. Hierfür wäre es möglich bei der EZB einen kurzfristigen Finanztopf zur Verfügung zu stellen, welcher mit Finanzmitteln aus dem EFSF-Rettungsfonds aufgefüllt werde. Dieses Geld ist dann quasi eine Garantie der EU-Länder für die Notenbank, dass sie den Banken Griechenlands auch bei einer kurzfristigen Zahlungsunfähigkeit weiter finanzielle Mittel bereitstellen kann. Momentan fließen wöchentlich Milliardensummen auf die Banken des Landes, um eine Staatspleite zu verhindern. Schon mehrfach hat die EZB in der Vergangenheit ihren harten Kurs aufgeben und dem politischen Druck der EU-Länder nachgeben müssen. Angefangen hat es im vergangenen Jahr, als die EZB entgegen anfangs beschlossener Vereinbarungen auch Staatsanleihen von Krisenländern wie Portugal, Irland und Griechenland kaufte. Dieser Schritt ist ein sehr hohes Risiko, falls es tatsächlich zu einer Staatspleite kommen sollte.